Leserbrief

Drei Jahre für Heinz Schaden

Viele Menschen verstehen dieses Urteil nicht, die meisten verstehen nicht einmal den Zusammenhang. Da wurde ein Wertpapierverlust von einer öffentlichen Körperschaft zu einer anderen öffentlichen Körperschaft verschoben, von der Stadt Salzburg zum Land Salzburg, ohne die dafür zuständigen Gremien damit zu befassen. Den Verlust trägt so oder so der Steuerzahler, der ehemalige Bürgermeister hat sich weder persönlich bereichert noch jemandem einen Schaden zugefügt. Er wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Ein Jurist mag das verstehen, ein normaler Bürger nicht.
Ein Mensch, der grob fahrlässig den Tod eines anderen herbeiführt, zum Beispiel bei einem Autounfall im Zustande von Trunkenheit, ist lt. § 81 StGB mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren zu bestrafen.

Man muss aus diesem Vergleich nicht zwingend den Schluss ziehen, dass die Richter auf einem Auge blind sind. Wohl aber ist unser Strafrecht bei materiellen Straftaten viel rigoroser als bei Straftaten gegen Leib und Leben. Daran gehörte schon längst etwas geändert. Eine Aufgabe für den nächsten Justizminister.

Dkfm. Heinz Hutter, 5081 Anif

Aufgerufen am 07.12.2021 um 05:09 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/drei-jahre-fuer-heinz-schaden-77329576

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