Leserbrief

Ein Appell an noch nicht Geimpfte

Liebe Mitmenschen, ich nehme es gleich vorweg, ich bin kein radikaler Impfbefürworter, sondern habe durchaus Verständnis für alle, die aus Angst oder Sorge sich bisher nicht impfen ließen oder aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können.

Wenig Verständnis kann ich jedoch jenen gegenüber aufbieten, die sich aufgrund von Fake News und Verschwörungstheorien in die Irre führen lassen oder den Aussagen von populistischen Oppositionspolitikern Glauben schenken, die aus rein politischem Kalkül dieses Virus verharmlosen und gegen das Impfen aufrufen, nur um politisches Kleingeld daraus zu schlagen.

Ich rate dringend, sich nicht an subjektive Posts und die unzähligen Horrormeldungen in den sozialen Medien zu klammern, sondern das Gespräch mit Spezialisten (Virologen, Ärzten, Krankenhauspersonal …) zu suchen und sich seriös beraten zu lassen.

Ich selbst kann anhand von zwei Erfahrungen in meiner Familie die Wirksamkeit der Impfstoffe zu 100% bestätigen:

1. Wir haben einen Sohn (47) mit mentaler Beeinträchtigung (Downsyndrom), gehören deshalb einer Risikogruppe an und erhielten bereits frühzeitig (unser Sohn im Jänner, Februar 2021; wir im Mai 2021) die beiden ersten Stiche. Unser Sohn wohnt während der Woche in einer Einrichtung der Lebenshilfe. Auf Grund der Tatsache, dass die Immunität gegenüber der Delta-Variante bereits nach vier bis fünf Monaten stark nachlässt, haben wir ihm zum frühestmöglichen Zeitpunkt (am 3. 11. 21) den 3. Stich als Booster vom Hausarzt verabreichen lassen. Alle anderen Bewohner und Pflegekräfte des Wohnhauses der Lebenshilfe (die die Erst- und Zweitimpfung exakt zum selben Zeitpunkt wie unser Sohn im Jänner erhielten) bekamen den 3. Stich erst einige Tage nach unserem Sohn. Mittlerweile sind alle Bewohner und auch etliche Mitarbeiter des Pflegepersonals positiv (alles Impfdurchbrüche!) mit Gott sei Dank größtenteils leichtem Verlauf. Lediglich unser Sohn, der die ganze Zeit das Wohnhaus mit den infizierten Bewohnern ohne Maske und Abstand teilte, blieb verschont und erfreut sich bester Gesundheit. Auch wir Eltern (2. Stich am 28. 5. und 3. Stich am 10. 11.), bei denen unser Sohn die Wochenenden verbringt, wurden durch die Impfung geschützt und sind gesund, während sich ein anderes Elternpaar trotz zweifacher Impfung (2. Stich ebenfalls Ende Mai erfolgt), deren zwei Töchter ebenfalls im Wohnhaus erkrankten, bei ihren Töchtern infiziert haben und einen mittelschweren Verlauf erlitten.

2. Unsere verheiratete Tochter ist geimpft mit AstraZeneca, der Schwiegersohn mit Johnson&Johnson, ihr Sohn (13) mit BioNtech/Pfizer. Die elfjährige Tochter hat sich in der Schule infiziert und lag ca. zehn Tage mit leichtem Verlauf zu Hause. Weder die Eltern noch ihr Bruder hielten Abstand und trotzdem infizierte sich keiner von den dreien!

Diese Beispiele sind für uns der eindeutige Beweis, dass alle drei Impfstoffe enorm gut wirken (sofern man rechtzeitig die Auffrischungsimpfung absolviert).
Darüber hinaus hatte und hat niemand in unserer Familie irgendwelche Neben- oder Spätwirkungen (von dem bisschen Schmerz an der Schulter nach dem Stich oder einer leichten Reaktion des Immunsystems einen Tag lang einmal abgesehen) durch die Impfung.

Bitte helft alle zusammen, seid in der Beurteilung gegenüber der Impfung objektiv, lasst euch impfen und helft damit uns alle, aus diesem Desaster raus zu kommen und vor allem helft mit eurer Impfung, die Betten in den Spitälern für jene frei zu halten, die sie so dringend benötigen und jetzt qualvolle Wartezeiten erdulden müssen oder sogar deshalb versterben müssen.

Wolfgang Schmidhuber, 5303 Thalgau

Aufgerufen am 27.11.2021 um 01:56 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/ein-appell-an-noch-nicht-geimpfte-113048677

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