Leserbrief

Ein Atomkrieg ist weiterhin unwahrscheinlich

Wie groß ist die Kriegsgefahr für die Staaten des Westens, die der Ukraine mit Waffen und Material zu Hilfe kommen? Wie hoch ist die Gefahr eines Atomkriegs? Wo es ja auch immer wieder Drohungen in dieser Richtung von russischer Seite gibt. Auch wir in Österreich fühlen uns da betroffen und fürchten die Ausweitung des Ukraine-Kriegs.

Um die Wahrscheinlichkeit einer solchen Möglichkeit realistisch zu beurteilen, muss man sich in erster Linie vor Augen führen, dass der Krieg und die Kampfhandlungen nur auf ukrainischem Territorium stattfinden, nicht in Russland selbst.

Und in Russland muss man natürlich davon ausgehen, dass sofort ein Gegenschlag vom Westen, von der NATO auf russisches Gebiet erfolgen würde, wenn Russland einen NATO-Staat angreift, und zwar im gleichen Ausmaß: also Atom gegen Atom. Und es gibt keinerlei Anzeichen, dass Russland bereit ist, ein solches Risiko einzugehen. Ganz im Gegenteil, die Eroberung von Teilen der Ukraine ist das Ziel der russischen Aggression, und das hat man derzeit weitgehend schon erreicht.

Und das Erreichte wird man nicht riskieren wollen, wenn Russland selbst, seine Industrie, sein Kriegspotenzial im Land selbst durch NATO-Bomben und Atomraketen der NATO zerstört werden würden. Und das würde in einem Weltkrieg passieren. Nein, das sieht man in Russland auch so, so viel Realitätssinn gibt es auch dort. Den Weltkrieg will man auch in Russland nicht auslösen. Ein nicht ausgesprochenes Einvernehmen zwischen allen Beteiligten dürfte daher sein, die Kampfhandlungen unbedingt nur auf ukrainisches Gebiet zu begrenzen. Alles andere würde gegen jede Handlungslogik verstoßen und wäre nur mit einem Willen zur Selbstzerstörung zu erklären.

Peter F. Lang, 1200 Wien

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