Leserbrief

Ein außergewöhnliches Konzert zum Stille Nacht Jubiläum

Am Sonntag, dem 16.12.2018, fand in Maribor ein Konzert statt, veranstaltet vom Kulturverein deutschsprachiger Frauen "Brücken" Marburg. Das Programm umfasste Weihnachtslieder aus verschiedenen Ländern Europas. Den Mittelpunkt und den Abschluss des Konzertes bildeten zwei außergewöhnliche Darbietungen: In der Mitte des Konzertes wurde eine Variante der Interpretation des Liedes "Stille Nacht" geboten, wie ich es noch nie gehört habe, aber in mir einen tiefen Eindruck hinterlassen hat. Dem Dirigenten und Leiter des "Hugo Wolf" Kammerchores Ales Marcic gelang es, drei Ausführungsvarianten des Liedes in einer Darbietung zusammenzufassen. Dies gelang ihm mit Hilfe der sechs Strophen des Liedes, indem er jeweils zwei Strophen in einer überlieferten Fassung dargeboten hat und alle sechs Strophen zu einer Einheit zusammengeführt hat. Die beiden ersten Strophen in der Urfassung mit Tenor, Bass und Gitarre, die 3. und 4. Strophe in der Fassung Sopran, Alt, Gitarre und Chor und die 5. und 6. Strophe mit Orchester und Hornsolo. Die Wirkung dieser Variante der Aufführung des Liedes "Stille Nacht" war so überwältigend, dass das Lied eine neue Bedeutung bekam: Urfassung und Wirkgeschichte des Liedes vereint, gaben dem Lied so eine neue Kraft.
Eine zweite außergewöhnliche Darbietung war die Uraufführung "Ein heiliger Weg in sechs Stationen zur Stillen Nacht" von Fabio Nieder. Die Melodie des Liedes wird mit modernen Elementen von Geräuschen und Klangelementen vereint, so dass der Zuhörer akustisch mit der Realität des Lebens konfrontiert wird, welche durch die Melodie von Stille Nacht immer wieder erhellt wird. Im Gespräch mit dem Komponisten nach der Aufführung kam zu Tage, dass wir uns vermutlich aus früheren Zeiten kannten. Fabio Nieder lebte für längere Zeit in Hochburg in unmittelbarer Nähe zum Geburtshaus von F .X. Gruber und dem "Stiftsgasthof Hochburg", den ich als Kämmerer des Stiftes St. Peter zu betreuen hatte.
Das Konzert war ein bedeutender Beitrag zum 200-jährigen Jubiläum von "Stille Nacht", diesmal nicht aus Salzburg, sondern aus der Ferne, dem mit "Stille Nacht" nicht so vertrauten Maribor.



P. Edmund Wagenhofer OSB, Maribor

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