Leserbrief

Ein ökologischer Irrsinn

Zu "7000 Tonnen Müll aus Italien auf dem Weg nach Österreich" (SN vom 5. 12.):

Herr Holzer, Sektionsleiter Abfallwirtschaft im Umweltministerium, der den Transport von 7000 Tonnen Müll per Lkw über eine Strecke von über 1500 km offenbar durchwinkte, bezeichnete dieses Geschäft als "absolute Peanuts".

Um diese Menge zu transportieren, fahren 300 Lkw immerhin jeweils 3000 km (Hin und zurück) somit gesamt 900.000 km, verbrauchen damit ca. 300.000 Liter Diesel, und stoßen damit ca. 1.300.000 kg CO2 aus, um den Müll von Süditalien nach St. Pölten zu transportieren. Die Klimakrise ist im Umweltministerium (!) offenbar noch nicht angekommen! - Wirtschaft und Profit sticht Umwelt!

Auch das Argument von Herrn Holzer (Umweltministerium), dass die Mafia den Müll in's Meer kippt, wenn Österreich diesen nicht abnimmt, greift nicht. Demnach wäre Italien ein rechtsfreier Raum und Österreich sollte deshalb den gesamten Müll übernehmen? Augenscheinlich ist es für die italienischen Müllsammler, einfach billiger den Mist ins Ausland zu transportieren, als selbst für Aufbereitung und Verbrennung/Entsorgung aufzukommen. Fazit: Italien ist den Müll billig los, in St. Pölten wird er behandelt/abgelagert, der Profit wandert zum Eigentümer der Deponie nach Hainfeld und um die Umwelt kümmert sich nicht einmal das Umweltministerium!

Dürfen wir auf ein Umdenken unserer Verwaltung hoffen, damit dieser Wahnsinn ein Ende hat?

Ing. Reinhard Wilthaner, 3100 St. Pölten

Aufgerufen am 20.01.2021 um 11:04 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/ein-oekologischer-irrsinn-80431819

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