Leserbrief

Ein Wolf ist mehr Wert als ein Familienhund

Letztes Wochenende hat ein Jäger meinen Hund erschossen. Ich war mit ihm im Wald spazieren und er war nicht angeleint. Ich habe meinen Hund wie immer frei laufen gelassen. Er war der gutmütigste Hund, den man sich vorstellen kann. Bei Kleinkindern hat er sich ganz langsam und vorsichtig angepirscht, um ja kein Angst oder Panik aufkommen zu lassen. Die zwei Katzen im Haus waren seine besten Freunde. Wenn wir an einem Bauernhof vorbeigingen haben ihn die Hühner überhaupt nicht interessiert, so unter dem Motto: "Nicht mal ignorieren." Und diesen gutmütigen Hund hat ein pflichtbewusster Jäger erlegt.

Ich werde mir jetzt einen Wolf anschaffen als Haustier. Der darf jagen und Wild und Schafe reißen und es wird ihm nichts geschehen. Den brauch ich auch nicht anleinen und wenn er mal ein Wild verfolgt, dann kann ich mir sicher sein, dass der Jäger ihn nicht so einfach abknallen kann, wie meinen gutmütigen Hund. Denn der Wolf ist geschützt und der Familienhund nicht.

Der Hund ist ein Familienmitglied, aber er darf von einem Jäger erlegt werden, wenn es sich nicht anständig aufführt und nur einige Meter von seinem Besitzer entfernt durch den Wald streift. Der Wolf darf machen was er will und ihm wird sicher nichts passieren. Da frag ich mich schon, ob wir noch richtig ticken.

Ein ehemaliger stolzer Hundebesitzer,

Rupert Oberndorfer, 4872 Neukirchen an der Vöckla

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