Leserbrief

Eine Lanze für Mehrweg

1997 lag der Mehrweganteil bei Getränken in Österreich bei 68,8 %, 2017 bei 22,3 %. Dabei kann die gute alte Pfandflasche bis zu 50 Mal wieder befüllt werden. Alle Getränke, sogar unsere frische Kuhmilch (500 Mio. Liter jährlich in Österreich), könnte man problemlos in Pfandflaschen abfüllen. Nicht wie die derzeit erhältlichen RetroFlaschen für hocherhitzte "Länger Frisch-Milch", die nach Entleerung lediglich für den Altglas-Container bestimmt sind. Pfandflaschen müssen abtransportiert und gereinigt werden, bevor sie wieder befüllt werden können. Das kostet Wege und Reinigungsaufwand. Aber auch Einweg-Glas hat Wege und das gleiche Gewicht, der Energie-Aufwand für die Einschmelzung ist enorm. Studien sprechen eine eindeutige Sprache: Mehrweg-Gebinde sind aus ökologischer Sicht allen anderen Behältnissen überlegen. Warum tut sich also nichts in Österreich? Warum erlässt unsere Regierung keine entsprechenden Gesetze? Antworten auf meine Fragen ist mir das Umweltministerium seit 8. 2. schuldig. Auch die Wirtschaft zögert. Möchte kein Getränke-Anbieter, keine Molkerei, kein Bio-Label den ersten Schritt tun? Dass Einzelne gegen den Strom schwimmen, ist gut und wichtig, aber es reicht längst nicht mehr aus. Für eine spürbare Veränderung muss der Strom die Richtung wechseln. Es braucht dringend die gesetzlichen Rahmenbedingungen, am besten in Form einer staatlich vorgeschriebenen Mehrweg-Quote. Um den Schwarm in die richtige Richtung zu lenken!

Daniela Pilz, 5411 Oberalm

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