Leserbrief

Eine Odyssee auf Österreichisch

Es war einmal ein Gast, im Berufsleben Arzt an der Kinderonkologie in Bratislava, der nach Beendigung des Urlaubs seinen Laptop mit sensiblen Patientendaten bei seinem Unterkunftsgeber vergaß. Kein Problem, dachte er sich. Ein kurzer Anruf genügte, seine Gastgeber fanden den Laptop in der Unterkunft, verpackten diesen sachgerecht und brachten ihn zur Post. Das war am 21. Jänner 2019. Bis er am 18. Februar 2019 wieder auftauchte - beim Absender (!) und erhältlich gegen eine Gebühr von 20 Euro. Und niemand bei der Post AG erklärt sich für zuständig, Kafka hätte seine Freude an dieser Realsatire. Als Kunde der Post hält sich meine Freude jedoch in Grenzen. Nach unzähligen Gesprächen, Telefonaten und Nachforschungsaufträgen hat die Post festgestellt, dass sich das Paket nach einem Irrweg über Brünn, Prag, Bratislava und Wien nun wieder in Salzburg befindet. Vielleicht erhalten wir ja sogar eine Entschuldigung von einem Postmanager, oder ist das zu viel verlangt von diesen offensichtlich überbezahlten Herren? Das nächste Mal gehe ich lieber zu Fuß nach Bratislava und überbringe den Laptop persönlich - das ist schneller und sicherer, wetten?


Arnold Pritz, 5571 Mariapfarr

Aufgerufen am 31.10.2020 um 03:32 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/eine-odyssee-auf-oesterreichisch-66318868

Schlagzeilen