Leserbrief

Eine Politik, die sich nach dem Wohle einer Mehrheit der Bürger orientiert

Je näher der politische Abschied von Bundeskanzlerin Merkel rückt, umso mehr wagen sich bei der CDU aus der Deckung. Nun hat auch Norbert Röttgen, der bereits seit rund einem Vierteljahrhundert im Bundestag sitzt, seinen Hut in den Ring geworfen und seine Bewerbung um den Parteivorsitz angemeldet.
Mit Angela Merkel verbindet Norbert Röttgen eine lange, sehr wechselvolle Geschichte.
Röttgen ist, wie Friedrich Merz, eine besondere "Kerbe in Merkels Colt".
Der ehemalige Vorsitzende der CDU in Nordrhein-Westfalen galt in der CDU einmal als "moderner Schwarzer" und als ein Hoffnungsträger im Kabinett Merkel.
Bei der Landtagswahl 2012 erlebt er sein politisches "Waterloo". Die CDU stürzte auf ein historisches Tief. Merkel schmiss ihn daraufhin kurzerhand aus dem Kabinett und entledigte sich mit dieser Aktion gleichzeitig einem potenziellen Konkurrenten um die Macht in der Partei.
Die "politischen Leichen" Merkels kommen nun, kurz vor ihrem Scheiden, nach und nach aus dem Keller hervor.
Norbert Röttgen verkörpert ebenso wie Friedrich Merz oder Armin Laschet die CDU von gestern. Es ist schwer vorstellbar, dass diese Politiker, die in der Vergangenheit nicht die Courage aufgebracht haben, eine zeitweilig allmächtig agierende Vorsitzende in ihre Parteischranken zu verweisen, den dringend erforderlichen Wandel in der CDU nachhaltig vollziehen können.
Die CDU bräuchte in ihrer schwierigen Situation eine echte Führungspersönlichkeit.
Felix Austria. Dem österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz ist es gelungen, die schwarz-grüne Regierungskoalition nicht gegenseitig auf Minimalkompromisse herunterzuverhandeln, sondern das Beste aus beiden "Welten" im Sinne der Bürger zu vereinen.
Eine Politik, die sich nicht nach eigenen Machtinteressen, sondern nach dem Wohle einer Mehrheit der Bürger orientiert, würde man sich in Deutschland wieder wünschen.

Alfred Kastner, 92637 Weiden

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