Leserbrief

Eine Reform des gesamten Gesundheitsbereichs erscheint dringend notwendig!

Von oppositionellen Politikern, Journalisten und Leserbriefschreibern wird immer wieder auf das Defizit von 175,3 Millionen Euro hingewiesen, welches die alten Funktionäre für 2020 erwarten. Aber niemand ist bereit, sich die Prognosen der letzten zehn Jahre anzuschauen! Vom 2009 bis 2019 wurden von diesen Krankenkassen Verluste von 2,63 Milliarden erwartet, aber das Ergebnis zeigte nur in neun Jahren bereits einen Überschuss von 1,67 Milliarden. Diese Differenz von 4,3 Milliarden lässt an der Qualität der Buchführung in den Krankenkassen zweifeln und ist ein überzeugendes Argument dafür, diese zusammenzulegen und eine glaubhafte Kostenstellenrechnung zu installieren. Jede private Firma, die so kalkulieren würde, wäre längst untergegangen. Es empfiehlt sich daher auf das Ergebnis von 2020 zu warten, bevor voreilige Schlüsse gezogen werden.
Aber eine Reform des gesamten Gesundheitsbereichs erscheint dringend notwendig! Eine kostengünstige Behandlung wird es nur geben, wenn alle Kosten für einen Patienten auch von einer Stelle bezahlt werden, egal ob dies die Krankenkasse oder das Land ist. Derzeit werden teure Therapien in die Spitäler verschoben, obwohl die ambulante Therapie oft möglich wäre und viel günstiger. Und die Praktischen Ärzte werden so schlecht bezahlt, dass sich kein Nachwuchs findet. In einer Reihe von Staaten der EU gibt es sinnvolle Vorbilder für eine effiziente und kostengünstige Behandlung, die leicht für Österreich adaptiert werden könnte.


Mag. Reinhard Fischill, 1150 Wien

Aufgerufen am 15.08.2020 um 05:02 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/eine-reform-des-gesamten-gesundheitsbereichs-erscheint-dringend-notwendig-84319852

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