Leserbrief

Eine Schande für die "Kulturnation" Österreich

Es ist eine Schande für die "Kulturnation" Österreich, dass die Bereiche Kunst und Kultur unter Freizeitgestaltung eingeordnet werden, ohne zu berücksichtigen, dass der Bereich Kunst und Kultur nicht nur der Erholung und Unterhaltung dient, sondern darüber hinaus größere Aufgaben hat, nämlich die gedankliche Auseinandersetzung mit den Autoren und deren Werken, jeweils im Spiegel der Zeit betrachtet.
Obwohl die für Kultur zuständige Staatssekretärin (leider nicht Ministerin) Andrea Mayer die einzige Person in der Regierung ist, die von der Pike auf in diesem Bereich tätig ist und nicht von einer politischen Partei bestellt wurde, fehlt es ihr an der institutionellen Möglichkeit, zu verhindern, dass Kunst und Kultur in einen Topf geworfen wird u. a. mit Wettbüros, Einrichtungen zur Ausübung von Prostitution und Paintballanlagen. Wie jeder Kunstinteressierte weiß, ist Kunst und Kultur Sauerstoff für die Menschen in einem demokratischen Rechtsstaat. Wie mir bekannt ist, haben die Verantwortlichen in der Kunst und Kultur-Szene ein strenges Präventionskonzept umgesetzt, um die umfangreichen Auflagen der Regierung zu erfüllen. Nach meiner Information hat es keinen einzigen Corona-Fall im Publikum gegeben. Eine komplette Schließung der Kultur- und Kunsteinrichtungen erscheint daher überschießend und damit nicht gerechtfertigt.

Nikolaus Lehner, 1010 Wien

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