Leserbrief

Einfachere Lösung als Wasserstoff

Werter Herr Lobensommer! Selten schreibe ich dem ÖAMTC (einen offenen Brief). Das letzte Mal war es, als Ihre Chefetage das Elektroauto generell lächerlich gemacht hat, unter anderem auch im "auto touring"-Magazin, wo als Beispiel für das Elektroauto das Madame-Courrege-Ei gezeigt wurde, ein Kunstobjekt, das nur wegen des einfachen Einbaus elektrischen Antrieb hatte.

Nun musste ich in den SN lesen, dass Sie Steuergeld zum Bau einer Wasserstofftankstelle in Salzburg fordern. Wenn Sie schon so überzeugt sind von dieser Technologie, so installieren Sie eine in Ihrem Stützpunkt in der Alpenstraße - ich zitiere Sie aus den SN leicht verkürzt: "Es braucht den Willen, so etwas voranzubringen." Dann können Sie sich in Salzburg auch Pannenhelfer-Fahrzeuge auf Wasserstoffbasis anschaffen und damit ein "gutes" Beispiel geben. Dann müssen Sie aber den Kunden auch sagen, dass lieferbare Fahrzeuge nur aus Asien kommen und die Tankstellen mit Spezialwissen aus Asien und den USA betrieben werden, die meiste Wertschöpfung dort stattfindet, nicht bei uns, und ein Wasserstoffsystem mindestens drei bis vier Mal so viel Strom braucht wie ein reines Batteriesystem.

Leider haben wir keine chemische Industrie in Salzburg oder Raffinerien, wo Wasserstoff als billiges Abfallprodukt anfällt und daher günstig vertankt werden kann, wenn halt wer das "Milliönchen" für die Tankstelle springen lässt. Ich als Steuerzahler sicher nicht, denn ich will in naher Zukunft Folgendes: viele Haushalte in Salzburg mit Photovoltaik auf dem Hausdach, einen Batteriespeicher im Haus und Batterieautos für Private und den ÖAMTC, denn: Wenn ich zu Hause zu wenig Strom habe zum Tanken, dann bekomme ich Wasserkraftstrom von unserer Salzburg AG, der ausreichend zur Verfügung steht, vor allem über Nacht, da brauche ich keine Millioneninvestitionen zum Tanken, da genügt eine bügeleisentaugliche Steckdose und der Strom, und die Wertschöpfung kommt aus dem heimischen Netz (mein Auto steht mind. 23 Stunden am Tag, fast 16 davon zu Hause).

Und, stellen Sie sich vor, Ihre Pannenhelfer (mit rein elektrischem Batterie-Kastenwagen Renault Kangoo oder Nissan
e-NV200, wie die Post schon Hunderte hat) könnten den Kunden auch sagen, dass der Treibstoff ihrer Pannenhelfer-Fahrzeuge im Land selbst hergestellt wird, wohl nicht gar auch noch von einer Photovoltaikanlage auf dem ÖAMTC-Stützpunktdach! Nach dem Motto: Lieber einfach und günstig statt möglichst kompliziert und teuer!

Josef Kronreif, 5081 Anif-Niederalm

Aufgerufen am 14.12.2019 um 01:44 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/einfachere-loesung-als-wasserstoff-74270905

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