Leserbrief

Einmal zu hoch geflogen

Kurz bleibt als Ikarus der österreichischen Politik in Erinnerung. Ganz nahe an der uneingeschränkten Macht stürzte er jäh ab. Wie man weiß, kommt Hoffart vor dem Sturz, und Hochmut kommt vor dem Fall. Unter seinen vielen Chat-Nachrichten und denen seiner Mitstreiter schmolzen sein guter Ruf und sein Image wie Wachs in der Sonne. Seine Glaubwürdigkeit ging verloren, menschliche Schwächen kamen zum Vorschein. Mutmaßliche Gesetzesübertretungen und Affären wurden bekannt und müssen noch gerichtlich beurteilt werden.

Die türkise "Überfamilie" entpuppte sich als eine Ansammlung von machtversessenen Menschen, die glaubten, sich über alles hinwegsetzen zu können. Politik verkam zum Spiel um die Gunst der Wählerstimmen. Marketing wurde wichtiger als durchdachte Gesetzgebung und Reformen zum Wohle Österreichs. Das türkise Machtzentrum fiel, unter der Last tausender Chat-Nachrichten, tosend in sich zusammen. Unter dem entstandenen politischen Vakuum leidet Österreich. Rasches Handeln ist nun erste Pflicht!

Egon Hofer, 9063 Maria Saal

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