Leserbrief

Einsatz von Atomwaffen ist verboten

In der kurzen SN-Meldung "Im Krieg verbotene Waffen" (SN v. 11. 3., Seite 3) ist zu lesen: "Der Einsatz von Atomwaffen ist nicht allgemein verboten". Diese Behauptung ist unrichtig, da am 22. Jänner 2021 der UN-Atomwaffenverbotsvertrag in Kraft getreten ist. Er verbietet Entwicklung, Produktion, Test, Erwerb, Lagerung, Transport, Stationierung, Androhung und Einsatz von Kernwaffen. Schon 1946 hat die UNO begonnen, das Verbot von Massenvernichtungswaffen zu diskutieren. In der Folge wurden der Nukleare Nichtverbreitungsvertrag, auch Atomsperrvertrag genannt, auf die Beine gestellt. 122 Staaten haben dem Text zum Verbotsvertrag zugestimmt, 86 haben unterzeichnet, aber nur 59 Staaten haben ihn ratifiziert. Die Tatsache, dass die Atomwaffen besitzenden Staaten sich der Unterzeichnung verweigert haben, macht den Vertrag nicht lächerlich, sondern verdeutlicht die Mehrheit der willigen Staaten, ebenso der vielen zivilen Initiativen wie IPPNW und ICAN und erhöht den Druck auf die Atomwaffenstaaten. Die erste Konferenz zum UN-Atomwaffenverbotsvertrag wird im Sommer in Wien stattfinden. Übrigens war Österreich von Anfang an ein Treiber bei den entsprechenden Verhandlungen in der UNO.

Ulrike Koushan, 5020 Salzburg

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