Leserbrief

Eisenbahnerstreik

Wenn die Herrn Gewerkschaftsfunktionäre wirklich glauben, dass der Streik vom Montag so viel Anklang bei den Fahrgästen gefunden hat, so frage ich mich schon, auf welchem Planeten sie leben. Als betroffener Pendler kann ich nur sagen, dass die meisten von uns - egal ob Pendler oder normale Fahrgäste - sich alles andere als erfreut über die Auswirkungen des Streiks gezeigt haben. Wenn die ÖBB ein hochprofitabler Betrieb wäre, der dem Finanzminister als Eigentümervertreter massenhaft Geld abliefern würde, könnte ohne weiteres über Gewinnbeteiligung gesprochen werden. Tatsächlich sieht es aber ganz anders aus, und die ÖBB bekommt Jahr für Jahr eine Menge Geld aus dem Steuertopf, um überhaupt ausgeglichen bilanzieren zu können. Dienst- und pensionsrechtlich sind die Mitarbeiter der ÖBB ebenfalls sehr gut abgesichert. Das Angebot für die Gehaltssteigerung war alles andere als unfair im Vergleich mit anderen Berufsgruppen. Ich empfinde es als absolute Frechheit der Gewerkschaft, parteipolitische Spielchen am Rücken der Fahrgäste auszutragen. Dieser Streik hat genügend negative Auswirkungen gehabt, einnahmenseitig für die ÖBB und zeitmäßig für die betroffenen Fahrgäste. Wenn es um das Wohl der Bediensteten geht, sind gewerkschaftliche Maßnahmen sicher verständlich, wenn es um ideologische Spielchen und Mutwille geht sicher nicht.


Herwig-Alexander Mackinger BA, 3133 Traismauer

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