Leserbrief

Ende des Marionettentheaters?

Das Salzburger Marionettentheater hatte am 6. Jänner um 16 Uhr seine letzte Vorstellung. Wenn bis Ende Februar Stadt und Land nicht 300.000 Euro (0,25% des Kulturbudgets) ohne Auflagen überweisen, wird die 105jährige private schuldenfreie Unesco-Kulturerbestätte für immer geschlossen. Eine Zusammenarbeit mit dem Landestheater (Förderungen 7,3 Millionen) ist auszuschließen. Die Puppenspieler haben ihre Kündigung erhalten und unterschrieben. Die Spielstätte wird dann geräumt und die Räumlichkeiten "entkernt" zurückgestellt und das Landestheater wird sich dann für die Kammerspiele mal zuerst die Handwerker bestellen müssen. München oder Augsburgs Puppentheater scharren schon in den Startlöchern, um Puppen und Rechte anzukaufen. Aber vielleicht findet sich auch noch ein Mäzen oder ein stiller Teilhaber aus China oder Amerika. Die Traditionspuppen können auch bei Sothebys versteigert werden. Die Kulturpolitik in Salzburg ist ohnehin daraufhin ausgerichtet, das Hässliche eher zu fördern, als bestehendes Schönes zu erhalten.

Kurt Weiss, 5020 Salzburg

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