Leserbrief

Entfremdung findet still und leise statt

Zu ",Six Senses' - aber kein siebenter Sinn" (SN-Lokalpatriot vom 3. August): Tatsache ist: Still und leise findet eine Entfremdung statt. Die von der eigenen Heimat. Ja, die Entfremdung der eigenen Heimat kann unterschiedliche Ursachen haben. In urbanen Gegenden und Stadtteilen außergebirg mit anderem Hintergrund als an den schönen Plätzen unseres Landes. Luxuswohnungen mit oder ohne Gratis-E-Porsche sind die eine Sache. "Leistbares Wohnen" eine andere.

Wenn Einheimische (Jungfamilien) nach Generationen ihre "Heimat" verlassen müssen, um sich Wohnen/Leben noch leisten zu können, dann läuft einiges falsch. Jedoch für ein paar wenige läuft dieses Modell sehr gut.

Grundverkäufer, Projektentwickler, Bauausführende und Makler sind in erster Linie die Gewinner der sechs Sinne. Alle anderen zahlen den Preis für ein immer teurer werdendes Leben. Nach jahrzehntelanger verfehlter Raumordnungspolitik (nicht nur im Land Salzburg) gipfelt dieses Chalets-(Residences-)Projekt am Pass Thurn und dessen Projektbetreiber in absoluter Überheblichkeit.

Bei diversen Sonntagsreden vom Herrn Landeshauptmann abwärts loben die jeweiligen Festredner den gesellschaftlichen Zusammenhalt in den Gemeinden. Wie wichtig und existenziell das Ehrenamt (FFW, RK, Vereine, Kultur) auch als Vorbild für unsere Jugend sei, was ja stimmt. Ich glaube jedoch, dass die meisten der neuen Gemeindemitglieder (mit oder ohne Hauptwohnsitz) sich meist nicht am gedeihlichen Miteinander (Ehrenamt, Vereine) beteiligen. Und da liegt womöglich auch ein Zukunftsproblem durch eine verfehlte Wohnraumpolitik.

Hermann Lindic, 5310 Mondsee

Aufgerufen am 23.10.2021 um 09:22 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/entfremdung-findet-still-und-leise-statt-107510809

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