Leserbrief

Erbschaftssteuer in Österreich

Wer es in Österreich "zu etwas gebracht hat", hat dies sicherlich nicht nur seinem eigenen Fleiß und Geschick zu verdanken. Stets hat unsere Gesellschaft (Schulsystem, Gesundheitssystem, Rechtssicherheit …) es erst möglich gemacht, Eigentum zu schaffen. Etwa 115.000 Millionäre zählt man inzwischen hierzulande.
Wenn es aber darum geht, dass diese Menschen nach ihrem Ableben der Gesellschaft auch nur einige Prozente des angehäuften Vermögens zurückgeben, zeigt man sich extrem knausrig. Man argumentiert gern, das Geld sei ja "bereits versteuert worden". Nun, wenn ich von meinem erarbeiteten (und versteuerten) Einkommen mein Auto betanke, dann zahle ich ein zweites Mal Steuer (nämlich Mineralölsteuer) und dann auch noch die Mehrwertsteuer. Alles, was man ausgibt, wird zumindest doppelt besteuert. Wer aber so viel verdient, dass er etwas zur Seite legen kann, will dieses Geld nur ein einziges Mal besteuert sehen - mit welchem Recht eigentlich? Man enthält der Allgemeinheit Geld vor! Frau Rendi hat dies leider nicht verstanden. Auf die Erbschaftssteuer angesprochen eierte sie herum und spielte den Ball schließlich den Lohnverhandlern zu, diese mögen doch für eine gerechtere Aufteilung von Gewinnen sorgen. Ach ja, natürlich habe auch ich etwas zu vererben. Und nein - meine Nachkommen tun mir nicht leid, wenn sie fürs Erben einer Wohnung ein paar Tausend Euro an Steuern bezahlen müssen.

Martin Gasser, 5202 Neumarkt

Aufgerufen am 17.10.2019 um 03:10 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/erbschaftssteuer-in-oesterreich-61146190

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