Leserbrief

Erdkabel für Tirol

Im Leserbrief von Frau Maultasch vom 23. 5. 2019 werden wie so oft Äpfel mit Birnen verglichen und bewusst Tatsachen verdreht. Dieses 220-kV-Erdkabel ist auf der österreichischen Seite ca. 2 km lang und verbindet am Reschenpass das APG-Netz mit jenem des italienischen Netzbetreibers TERNA. Es handelt sich dabei um ein 1-systemiges 220-kV-Erdkabel, bestehend aus drei einpoligen Kabeln. Die 380-kV-Salzburgleitung müsste als 4-systemiges Erdkabel, bestehend aus zwölf einpoligen Kabel, ausgeführt werden. Die thermische Grenzleistung der 220-kV-Leitung über den Reschenpass beträgt rund 350 MVA, jene der 380-kV-Salzburgleitung 2 x 2300 MVA. Ein Kostenvergleich ist daher genauso sinnlos, als würde ich einen Dacia mit einem Porsche vergleichen. Die Leitung über den Reschenpass ist eine von mehreren Verbindungen des italienischen Stromnetzes zum europäischen Netz. Es geht dort um den Stromaustausch zwischen zwei Staaten und nicht um eine Ringleitung, die der Versorgungssicherheit dient. Die 380-kV-Salzburgleitung ist eines der zentralen Energiewende-Projekte Österreichs und darf nicht zum Spielball von Bürgerinitiativen werden, die vorrangig aus Eigeninteressen agieren. Die Leitung eignet sich auch nicht für technische Spielereien, dazu ist ihre Bedeutung für eine sichere Stromversorgung zu wichtig. Allein diese technischen Daten erlauben keinen Vergleich der beiden Leitungen.


Helmut Tamerl, 5700 Zell am See

Aufgerufen am 19.05.2022 um 10:44 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/erdkabel-fuer-tirol-71218915

Schlagzeilen