Leserbrief

Erfolg für regionale und nachhaltige Ideen?

Zum Beitrag in den SN vom 21. 5. 19: Hoch interessant, aber ich kann mir schwer vorstellen, ob eine Mutter, die einen Internatsschüler zu betreuen hat, für diesen ein T-Shirt um 88 Euro kauft. Die Schwierigkeit, die diese Frau zu bewältigen hat, ist 1) ich bekomme Freitag abends oder Samstag mittags je nach der Schule, die der Jugendliche besucht, eine Reisetasche mit gebrauchter Wäsche, die es zu reinigen gilt und die auch im Winter bis zur Rückfahrt gereinigt, getrocknet und eventuell gebügelt sein soll. Ich brauche also eine 2. Garnitur Wäsche zum Wechseln, falls das nicht zu schaffen ist. 2) Jugendliche in diesem Alter wachsen immer wieder schnell, also müssen weitere passende T-Shirts angeschafft werden. Das Vererben gebrauchter Kleidung an jüngere Geschwister ist nicht mehr üblich. Das T-Shirt ist dabei meist der kleinste Betrag, das Gleiche gilt auch für Schuhe, Jeans und Pullover. Und was die Arbeitsbedingungen in den 3. Und 4. Welt-Ländern betrifft - hat sich irgendjemand einmal die Mühe gemacht, was ein Einheimischer dort um 2 Euro wirklich bekommt? Das in meinen Augen größere Problem ist, wie halte ich die Bergbauern mit den zu erwirtschaftenden Minimalerträgen, gemessen an den Bauern in Gunstregionen, in diesen Extremregionen und da hilft leider kein "wanderbares Österreich" oder "Urlaub am Bauernhof", weil das nur in den touristisch erschlossenen Regionen Erfolg verspricht - soviel zu "Radikal-Regional" gefördert mit EU-Millionen.

Mag. Christine Ulrich, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 30.09.2020 um 10:53 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/erfolg-fuer-regionale-und-nachhaltige-ideen-70894087

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