Leserbrief

Erfolgreiche Infrastruktur fehlt

Frau Leimüller wertet in ihrem Artikel vom 11. 7. die Brennstoffzelle als Antriebsquelle für Automobile als nicht geeignet. Sie führt als Begründung für ihr Urteil an, dass es bei heutigem Stand der Technik nicht möglich sei, "Wasserstoffautos" zu erzeugen, mit denen man einigermaßen energieeffizient vorankommt und die man sich leisten kann.
Bei genauerer Betrachtung ihrer Argumente zeigt sich, dass die Autorin die Bandbreite der in der Literatur verfügbaren Daten zur Energieeffizienz von elektrisch bzw. mit Wasserstoff betriebenen Fahrzeugen eher einseitig zugunsten der E-Mobilität interpretiert. Tatsache ist zweifellos, dass ein E-Mobil effizienter mit der eingesetzten Energie umgeht als ein mit Wasserstoff betriebenes Fahrzeug, der Faktor dürfte bei 1,3 liegen. Die Frage dabei ist, ob man diesen Faktor angesichts einiger Vorteile der Wasserstofftechnologie (z.B. Entfall der Massen an großen Akkumulatoren der E-Mobile - Ausbeutung der Natur, Rohstoffknappheit, Aufwand von Produktion und Entsorgung etc.) in Kauf nehmen kann.
Die für die Produktion von Wasserstoff erforderliche Energie muss aus "klimaneutralen" Quellen stammen, zweifellos, wobei die Technologie erprobt und vorhanden ist. Allerdings: im Gegensatz zur Behauptung der Autorin hat die wasserstoffbasierte Antriebstechnologie sehr wohl Serienreife erlangt, seit langem schon (moderne U-Boote werden seit mehr als zehn Jahren so angetrieben; serienreife PKW werden längst produziert).
Man muss sachdienlich auch festhalten, dass weder für die eine noch für die andere Technologie die erforderliche Infrastruktur vorhanden ist. Beide Antriebskonzepte erfordern diesbezüglich sehr große Investitionen. Allerdings bietet die Wasserstofftechnologie den großen Vorteil, dass die für eine flächendeckende Versorgung erforderlichen Maßnahmen punktuell (Tankstellenausbau) und damit relativ simpel und preiswert erfolgen können, die E-Mobilität hingegen einen weitverzweigten und sehr aufwendigen teuren Ausbau des Stromleitungsnetzes (was die Umweltschützer nicht erfreut) erfordert, um die notwendige Zahl an Ladestationen einzurichten.

Peter Eberl, 5700 Zell am See

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