Leserbrief

Erhöhung für Penionisten, Schulden für die Jungen

Sehr geehrte Frau Korosec und sehr geehrter Herr Kostelka! Viele Arbeitnehmer sind von Corona massiv betroffen, müssen mit Einkommensverlusten leben und Angst um ihren Arbeitsplatz haben. Viele Branchen, besonders auch im Kultur- und Veranstaltungsbereich leiden unter der wirtschaftlichen Situation. Vieles versucht der Staat, mit einem milliardenschweren Schirm an Maßnahmen zu erleichtern und abzufedern. Aber irgendwann muss das alles ja auch finanziert werden, oder? "Wir Pensionisten fühlen uns zur Zeit sehr privilegiert. Unser Geld ist an jedem Monatsersten pünktlich am Konto, auch wenn rundherum viele Firmen versuchen, sich mit Kurzarbeit über die Krise zu retten oder zusperren müssen und die Jungen nicht wissen, ob sie nach dem Studium oder der Lehre noch einen Arbeitsplatz vorfinden." Das jedenfalls ist unser Standpunkt und der von Freunden und Gesprächspartnern. Wir unterstützen auf alle Fälle eine spürbare Erhöhung der kleineren Pensionen, nicht nur weil das meiste Geld in den Konsum und in die Wirtschaft fließt, sondern auch weil es gilt, Altersarmut zu bekämpfen. Aber ist es wirklich sinnvoll, Bezieher von hohen Pensionen mit immerhin 35 Euro pro Monat zu unterstützen?

Wir fühlen uns in diesem Fall nicht vertreten und vermissen einen weiterreichenden gesellschaftspolitischen Ansatz. Frau Korosec, Ihre Freude über "'die besondere Wertschätzung der älteren Generation'" mit dieser Pensionserhöhung bleibt uns im Halse stecken. Wir würden lieber gerne an unsere jüngere Generation, an unsere Kinder und Enkel denken, denen wir immer höhere Schulden hinterlassen.

Wäre es nicht für Seniorenbund und Pensionistenverband eine sinnvolle Idee, dafür bei den Pensionisten zu werben und die Generationenfrage damit einmal positiv zu besetzen?


Friedrich und Theresia Neuhofer, 5204 Straßwalchen

Aufgerufen am 24.10.2021 um 04:18 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/erhoehung-fuer-penionisten-schulden-fuer-die-jungen-93504142

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