Leserbrief

Erst Paris, jetzt Wien

Welche Stadt wird die nächste sein, die von einem islamistischen Terroranschlag heimgesucht wird?

Die islamistischen Gotteskrieger ziehen eine Blutspur durch die europäischen Hauptstädte. Frankreichs Präsident Macron beweist wenigstens Mut, indem er ausruft: "Das ist unser Europa!" Es handelt sich bei den Terroristen angesichts ihrer vielen Gesinnungsgenossen um keine Einzeltäter. Mir persönlich fällt es zunehmend schwer, der Politik bei der Bekämpfung des islamistischen Terrors Vertrauen zu schenken. Es ist bereits zu viel geschehen, ohne dass sich danach etwas geändert hätte. Die Bürger wurden aufgefordert, schön aufzupassen, wenn sie sich zu einem Weihnachtsmarkt, Bahnhof, Flughafen etc. begeben. Dazu kleine Gesetzesänderungen, um politische Tatkraft vorzutäuschen. Abgerundet mit einigen markigen Sprüchen, jedoch nicht zu kernig, weil man ansonsten Gefahr läuft, postwendend in die "rechte" Ecke gestellt zu werden. Nachdem der erste Schock überwunden ist, wird regelmäßig abgewiegelt, denn die Täter sind doch arme, verwirrte und traumatisierte Menschen. Von den Opfern spricht hingegen schon lange keiner mehr.

Ich bin diese mangelnde politische Solidarität mit den Opfern von islamistischen Anschlägen und deren Angehörigen so leid. Niemand traut sich mehr, aus Angst selbst in das öffentliche Fadenkreuz zu geraten, Tacheles zu reden. Lieber schiebt man die Zuständigkeit weiter. Ein klares Statement, dass unsere europäische Gesellschaft von abendländisch-christlichen Werten geprägt ist, wäre seitens der Politik und der Gesellschaft längst überfällig. Aber auch die Klarstellung, dass keine Religion der Maßstab für unsere freiheitliche, auf Selbstbestimmung basierende Gesellschaft ist.

Alfred Kastner, D-92637 Weiden

Aufgerufen am 24.11.2020 um 05:29 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/erst-paris-jetzt-wien-95203117

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