Leserbrief

Es geht um mehr als um "Freileitung oder Kabel"

Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen: Sehr geehrter Herr Hemm, lieber Ingo, zu deinem Leserbrief in den SN (3. 10. 2019) muss ich dir antworten, da man erstens vor jedem Leserbriefschreiber Respekt haben soll, denn es sind nur sehr wenige Bürger, welche ihre Meinung öffentlich niederschreiben. Zweitens muss ich aber auch einige Irrtümer aufklären.

Niemand kann behaupten, dass die Freileitung nur 1/10 der Verkabelung kostet, und wenn doch, möchte ich die beiden Kalkulationen sehen. Niemand kann behaupten, dass die Freileitung höchste Betriebssicherheit bietet, da doch bekannt ist, dass im letzten Winter eine Freileitung witterungsbedingt einige Monate ausgefallen ist. Niemand kann behaupten, dass die Freileitungsgegner vor den Höchstgerichten gescheitert sind, da dieses Gericht noch gar nicht entschieden hat. Es ist in diesem Für und Wider auch immer wieder der Ausdruck "ist nicht Stand der Technik" zu hören gewesen. Dazu möchte ich aber Folgendes behaupten.

Das Starkstromwegegesetz aus den 1960er Jahren und die Freileitungstechnik aus den 1970er Jahren sind sicher nicht Stand der Technik. Bei der heute rasenden Entwicklung gerade auf den Gebieten der Technik ist nicht sicher, ob der Wissensstand von heute morgen noch Gültigkeit hat.

Ich will aber auch noch auf das Steinewerfen zurückkommen. Es geht im gegenständlichen Verfahren nicht mehr ausschließlich um "Freileitung oder Kabel". Es geht um globale ökologische Themen wie Klimaveränderung, nachhaltige und irreparable Zerstörung von Natur und Erholungsraum und um das Recht der beherzten Bürgen, sich gegen diesen Wahnsinn zu wehren. Niemand und wirklich niemand kann sagen, wann wir bei der Umweltzerstörung den "point of no return" überschreiten und ob wir diesen nicht schon überschritten haben. Es ist daher unverantwortlich, so weiter zu tun, als ob nichts wäre. Daher, liebe Ingo, bitte ich dich, schau deinen Kindern und Enkelkindern in die Augen und stell dir dann die Frage, ob es nicht an der Zeit ist, alles zu tun, der fortschreitenden Umweltzerstörung Einhalt zu gebieten. Die nachhaltige Rodung von 800 ha Wald und Schutzwald ist nichts anderes als das Niederbrennen der Regenwälder in Amazonien.


Ing. Alois Mösl, 5201 Seekirchen.

Aufgerufen am 04.12.2021 um 12:12 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/es-geht-um-mehr-als-um-freileitung-oder-kabel-77384035

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