Leserbrief

Es geht um weit mehr.

Die Artikel zu "AUA will nicht mehr nach Salzburg fliegen" vom 9. 8. machen betroffen.
Hier geht es wieder einmal nur um Geschäft und Prestige. Es ist laut AUA angedacht, die Flüge Salzburg-Wien, vielleicht in ein paar Jahren, einzustellen.
Schon beginnt das Geheule von Politik und Wirtschaft, dass das nicht verkraftbar sei.
Laut Landestourismus-Chef ist der Flughafen für eine Tourismusregion unabdingbar.
Niemand hat verlangt, dass der Flughafen geschlossen wird. Nur weil eine Verbindung, welche durch eine ausgezeichnete Bahnverbindung direkt zum Flughafen Wien bereits jetzt ersetzt wurde, gestrichen werden soll, bricht in Salzburgs Wirtschaft und Politik Panik aus.
Anstatt zu überlegen, wie man Verbindungen mit der Bahn, zu Europas Hauptstädten attraktiver, schneller und günstiger anbieten könnte, wird an klimaschädlichen Flügen festgehalten.
Auf der Titelseite der SN vom 9. 8. war neben dem Artikel über die AUA das Bild eines Eisbären, der im Müll versinkt, und darunter zu lesen "Es ist ein Weckruf an die Politik" und dazu der Artikel "Es ist fast zu spät." mit dem Vorspann "Und wieder sagt die Wissenschaft: es muss gehandelt werden. Nicht morgen. Sofort".
Es geht um das Leben der Menschen auf diesem Planeten, und in Salzburg ereifert man sich wegen eines, vielleicht nicht mehr stattfindenden, Fluges.
Anstelle Strafzahlungen für Nichteinhaltung der Klimaziele in Kauf zu nehmen, sollte in Maßnahmen zum Schutz der Umwelt investiert werden. Immer nur auf Wählerstimmen und die eigene Klientel Rücksicht zu nehmen, geht nicht mehr. Wir alle haben Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen.
Die Politik jedoch an erster Stelle.

Eva Maria Lindtner, 5026 Salzburg

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