Leserbrief

Es gibt auch ein Geben

Soweit man den Brexitablauf in England ohne nähere Details aus unseren Medien verfolgen kann, hat man den Eindruck, die Engländer haben schon während ihrer EU-Mitgliedschaft mit ihren dauernd eingeforderten Sonderregelungen zu ihren Gunsten die gesamte EU mehr als strapaziert. Ja damit die übrigen Mitglieder fast aufgefordert, man kann für sich was herausholen, was anderen nicht zugestanden wird, man muss nur hartnäckig genug sein. Von einem Gemeinschaftsverständnis oder Rücksichtnahme vor allem gegenüber anderen, schwächeren Mitgliedsländern war keine Spur zu bemerken. Der jetzige "EU-Austrittszirkus" spielt sich nach dem Muster ab, wir sind England und die EU hat sich nach unseren Wünschen und Vorstellungen zu richten, wir wollen unsere Sonderrechte weitgehend auch als Austrittsland auch noch beibehalten. So kann es nur ohne jegliche Zugeständnisse enden.
England hat anscheinend noch immer nicht realisiert, dass sich ihr Kastendenken und -leben sich auf die EU nicht umlegen lässt. Die EU ist aber auch kein englischer Kolonialstaat, der von ihnen autoritär behandelt und verwaltet werden kann. Die EU funktioniert nur unter Partnern, obwohl auch hier noch immer etliche EU-Mitglieder glauben, ihre eigene Suppe auf Kosten der übrigen kochen zu können. Es ist mehr Konsequenz einzufordern, man kann nicht nur nehmen, es gibt auch ein Geben.


Toni Wimmer, 5672 Fusch

Aufgerufen am 21.09.2020 um 10:42 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/es-gibt-auch-ein-geben-65051731

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