Leserbrief

Es gibt genug Holz für Bioheizungen!

Die Waldflächen in Österreich nehmen ständig zu - in den letzten dreißig Jahren um mehr als 100.000 ha. (Besonders Almgebiete verwalden immer mehr.) Mit dem Holzzuwachs von 1 ha Wald kann der Heizungsenergiebedarf eines Einfamilienhauses (mit guter Wärmedämmung) auf Dauer abgedeckt werden. Durch dringend notwendige Pflegeschlägerungen ("Durchforstungen" ) könnten ohne Probleme zusätzlich mehrere 100.000 Häuser mit Öl-und Gasheizungen permanent mit Holzenergie versorgt werden. Ein jeder, der aufmerksam durch Wälder geht, kann feststellen, dass große Mengen an Holz im Wald verrotten. Die Ursache dafür liegt in der zu geringen Nachfrage nach Energieholz und dass sich daher die Holzernte oft nicht lohnt. Eine ehrliche Information wäre gewesen: Junge Bäume (die nur wachsen können, wenn man ältere Bäume erntet) nehmen das durch Holzverbrennung ausgestoßene CO2 zur Gänze wieder auf. Fossiles CO2 bleibt ständig in der Atmosphäre erhalten. Auch die von gewissen Kreisen verbreitete Meinung, dass das CO2 , wenn das Holz nicht verbrannt wird, gespeichert bleibt, geht in die Irre: Jeder Baum stirbt eines Tages und verrottet. Bei der Verrottung wird ( nur zeitverzögert) das gesamte CO2 gleich wie bei der Verbrennung freigesetzt.
Die oft vorgebrachten Argumente, dass bei Holzheizungen die Luftverschmutzung höher sei als bei fossiler Energie stimmt kaum mehr. Durch die Abluftreinigung bei allen neuen Bioheizungen wurde die Staubbelastung extrem minimiert.
Zusammenfassend möchte ich feststellen:
a) Es gibt genug Holz für die Umstellung einiger 100.000 fossiler Heizungen
b) Durch eine intensive Umstellung fossiler Heizungen auf Holz-Heizungen könnten rasch mehrere Zehntausend Arbeitsplätze auf längere Zeit (viele auf Dauer) geschaffen werden.
c) Höhere Steuern auf fossile Energien (zum teilweisen Ausgleich für die langfristigen klimaschädlichen Auswirkungen) könnten den Umstellungsprozess enorm beschleunigen und die CO2-Reduktionsziele problemlos erreichbar machen.
d) Gerade in Zeiten von COVID-19 wäre das sicher eine der sinnvollsten Maßnahmen für Arbeitsmarkt und Klimawandel.

Ing. Rupert Gsöls, 8330 Feldbach

Aufgerufen am 26.11.2020 um 04:07 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/es-gibt-genug-holz-fuer-bioheizungen-94566964

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