Leserbrief

Es gibt Ideen für leistbares Wohnen

Zum Artikel: "Was Salzburgs Politik von Graz lernen kann" (SN-Lokalteil, 2. 10. 2021):

Ich habe in den SN vom 2. 10. mit großem Entsetzen die Stellungnahme unserer Frau Planungsstadträtin und Vizebürgermeisterin Unterkofler zum Thema leistbares Wohnen gelesen. Frau Unterkofler sagt, Zitat: "… dass man als Stadtpolitiker/-in gegen explodierende Wohnungspreise machtlos sei, solange die Zinsen sind, wie sie sind …"

Wenn diese Aussage wahr ist, müsste man unsere Vizebürgermeisterin und andere Politiker/-innen, die selbiger Meinung sind, da nicht unmittelbar auffordern, mit sofortiger Wirkung ihr Amt/ihre Ämter zurückzulegen? Ist es als Politiker/-in nicht eine zentrale Aufgabe, für derart dringende, wichtige Agenden Lösungen zu suchen? Meinem Verständnis nach ist es eine kommunale Aufgabe, die lebensnotwendige Grundlage der Bevölkerung zu sichern. Dazu gehört, neben Gesundheit, Infrastruktur und Bildung, auch leistbares Wohnen!

Und gerne speise ich hier schon einmal zwei zielführende Ideen ein, um leistbares Wohnen in einer Kommune zu ermöglichen - übrigens weltweit ein Thema, nicht nur hier in Salzburg: Quadratmeterpreis-Deckel und Begrenzung der Anzahl an Wohnungen, die ein Bauträger oder Immobilienimperium in einer Kommune halten darf.

Und nachdem dieser Irrtum in einigen Kreisen immer noch zu kursieren scheint, möchte ich kurz aufklären: Der Wohnungsmarkt (wie andere wirtschaftliche Märkte auch) unterliegt keinem sich selbst regulierenden Naturgesetz (Mythos: Je mehr Wohnungen es gibt, desto günstiger die Wohnungen), sondern ist zunehmend machtzentriert, mit ganz viel Spekulationskraft gesteuert und damit für unsere Gesellschaft - wirtschaftlich und sozial - extrem ungesund.


Sabine Lehner, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 21.10.2021 um 01:45 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/es-gibt-ideen-fuer-leistbares-wohnen-110560705

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