Leserbrief

EU-Agrarbestimmungen und die Gefährung der Versorgungssicherheit

Christian Krumphuber von der OOE-Landwirtschaftskammer beklagt, die neuen Umweltbestimmungen der EU würden vor allem kleine Bauern betreffen, Großbetriebe könnten leichter damit umgehen. Außerdem werde es notwendig sein, mehr landwirtschaftliche Produkte zu importieren, wie das bei Raps bereits der Fall sei. Rapsanbau sei wegen der Bestimmungen unrentabel geworden, weshalb mehr Soja aus Übersee importiert werden müsse. Diese Befürchtungen mögen ihre Berechtigung haben. Wenn es aber um fehlende Flächen geht und generell um Versorgungssicherheit, muss die zunehmende Versiegelung und Zersiedelung Österreichs unbedingt erwähnt werden. Hunderte Millionen Quadratmeter Gebäudenutzflächen liegen brach. Die Kommunalsteuer motiviert Gemeinden, für neue Betriebsansiedlungen den roten Teppich auszurollen. Laut Österreichischer Hagelversicherung werden in Österreich jedes Jahr rund 4000 Hektar Boden verbaut, was dem jährlichen Brotkonsum von etwa 300.000 Österreicherinnen und Österreichern entspricht. Außerdem kommen auf jede Person in Österreich 15 Meter Straße. In Deutschland sind es 7,5. Auch das muss man sehen, wenn man nach Gründen für die Gefährdung der Versorgungssicherheit sucht.

Karl Wagner, 2362 Biedermannsdorf

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