Leserbrief

EU will Austausch von Patientendaten

Unglaublich, jetzt schlägt es wirklich dreizehn!
Die EU Kommission will tatsächlich Patientendaten von rund 500 Millionen Bürger in ein grenzübergreifendes System hineinpacken. So frech waren nicht einmal die Datenkraken von Facebook und Co.
Als ELGA (Elektronische Gesundheitsakte) vor einigen Jahren eingeführt wurde, gab es naturgemäß Bedenken wegen der Datensicherheit. Aber der Marketingzug rollte. Trotzdem hat es beispielsweise 2014 erheblichen Widerstand der Ärzteschaft gegeben.
Die Beruhigungspille für die Bevölkerung: "Es gibt höchste Datensicherheit und nur Patient, Arzt, Krankenhaus und Labor haben einen begrenzten Zugriff". Und es wurde "hoch und heilig" versprochen, dass die Daten niemals an Dritte weitergeleitet werden würden. Allerdings gab es schon damals eine Reihe von Datenlecks, NSA dürfte noch gut in Erinnerung sein.
Der Hintergrund des Vorstoßes der EU, genauer gesagt der Industrie-Lobbyisten, ist völlig transparent: Man will Zugriff auf den gesamten Gesundheitsmarkt (von Krankenkassen über Medikamente bis zur Pensionsversicherung) haben und der bewegt sich deutlich jenseits der 10.000,00 Euro/ Kopf / Jahr. Das ergibt ein Volumen von rund 5.000 Milliarden in der EU.
Wo ist der Aufschrei der hauptamtlich Verantwortlichen aus dem Gesundheitsbereich, der Datenschützer, des Konsumentenschutzes und dergleichen?
Ich habe den Eindruck, dass angesichts der riesigen Zahlen und der "EU- Schirmherrschaft" die verantwortlichen Personen in eine Art Schockstarre gefallen und damit handlungsunfähig sind.


Dietmar Kurz, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 23.10.2020 um 05:22 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/eu-will-austausch-von-patientendaten-65613868

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