Leserbrief

Fair Share und Shared Space

Mit großer Verwunderung lese ich am 12. 4. 19 den Artikel "'Fair Share': Container soll weichen". Das Baurechtsamt habe die Verlängerung um fünf Jahre abgelehnt. Begründung: Der Container verstelle die Sicht vom Schloss Mirabell auf das Mozarteum. Ich frage mich, von welcher Sicht ist hier die Rede. Ein Mann setzt sich in seiner Freizeit in einen Container und dafür ein, dass Menschen, die in Not geraten sind, unbürokratisch ein bisschen Geld erhalten, damit sie über die Runden kommen.
Interessanterweise wird in unserer Stadt Salzburg derzeit ein Projekt mit dem Namen Shared Space vorangetrieben. Es geht dabei um die Philosophie, dass der öffentliche Straßenraum lebenswerter und sicherer, eine gleichberechtigte Fortbewegung aller Verkehrsteilnehmer gewährleistet wird.
Das hat mich dazu inspiriert, die beiden Begriffe Fair Share und Shared Space in einen Zusammenhang zu bringen: Menschen mit weniger Geld und in Not sind gleichberechtigte "Verkehrsteilnehmer" unserer Gesellschaft, und somit auch unserer Stadt Salzburg. Auch für sie gilt es einen Shared Space zu schaffen und zwar in einem lebenswerten Raum. Es ist gut, dass es Leute wie Max Luger gibt, die "die Sicht verstellen", und uns, denen es gut geht, den Spiegel vorhalten.
Sorgen wir in unserer schönen Stadt neben dem Shared Space, dem gemeinsamen Raum, auch für ein Fair Share, ein gerechtes Teilen!

Mag. Stefan Aichinger, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 26.10.2020 um 11:20 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/fair-share-und-shared-space-68941267

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