Leserbrief

Fairness unseren Pflegerinnen

So wie wir Firmen in den Osten verlagern, weil die Firmengründe, Steuern, Sozialabgaben, Löhne etc. dort niedriger sind, so arbeiten Leute von dort bei uns, wenn sie eine Arbeit bekommen können und weil sie hier besser verdienen. Das ist wohl legitim, mit den gleichen Rechten und Pflichten des jeweiligen Landes, inklusive Kinderbeihilfe.
Die Pflegekräfte aus dem Osten arbeiten mindestens 14 Tage durch, mit täglich vorgeschriebenen zwei Stunden Unterbrechung (Freizeit), die sehr oft nicht eingehalten werden können, zum Beispiel bei Alzheimerpatienten und Schwerstkranken. Rechnen Sie sich bitte, Herr Hinterberger, die Stunden - 14 mal 22 ist 308 Stunden - und dann den Stundenlohn aus. Sollten sie dafür 1500 Euro netto verdienen, haben sie nicht einmal fünf Euro in der Stunde. Ein eigenes Zimmer ist Vorschrift, eine Wohnung eine absolute Ausnahme. Keine einheimische Fachkraft pflegt um diesen Hungerlohn plus Verpflegung. Würden wir das, so könnte keine ausländische Pflegeperson einen Arbeitsplatz bei uns finden. Neid ist absolut fehl am Platz, sie sind Schwerstarbeiter, physisch und psychisch, und fast alle machen ihren Dienst sehr gut. Großen Dank an unsere Helferinnen aus dem Osten.

Gerhild Hirnsperger, Dipl.-Krankenschwester i. R., 5323 Ebenau

Aufgerufen am 17.10.2019 um 02:30 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/fairness-unseren-pflegerinnen-61150315

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