Leserbrief

Falsches Sparen beim ORF

Im SN-Interview v. 6.8. teilte Herr Wrabetz mit, dass der ORF sparen muss - das ist nachvollziehbar. Aber nicht nachvollziehbar ist, was man streicht: Der ORF plante nämlich eine Dokumentation mit Matthias Strolz zum Thema "Glück". Da ich das Schulfach "Glück" an der HAK/HAS Lustenau unterrichte, wurde ich für die Dreharbeiten kontaktiert. Heutzutage weiß man nämlich genau, was das Wohlbefinden der Menschen beeinflusst und was diese konkret tun können, um es zu verbessern. Dies sollte in der Dokumentation gezeigt werden, z.B. wollte ich die amerikanische Emotionsforscherin Barbara Fredrickson vorstellen, die durch Studien (!) belegt hat, dass "glückliche" Menschen ein Verhältnis von positiven zu negativen Gefühlen von 3:1 haben. Hat man auf Dauer ein schlechtes Verhältnis, wird man nachweislich krank. Dieses Verhältnis kann man durch einfache Verhaltens- und Einstellungsänderungen verbessern. Ein kleines Training mit immenser Auswirkung. Für den ORF scheint dieses Thema aber nicht wichtig genug zu sein, denn es wurde kurzfristig gestrichen. Für mich unverständlich, denn gerade jetzt wäre es eine wichtige Aufgabe des öffentlichen Fernsehens, dieses wichtige Wissen zu verbreiten. Eine Chance wurde verpasst, um die Menschen bei der Bewältigung der Krise zu unterstützen - Danke Herr Wrabetz!

Mag. Bianka Hellbert, 6841 Mäder

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