Leserbrief

Familie der Toskana

Eine große Veränderung, die Salzburg 1919 betraf, wurde bisher wenig erwähnt. Es handelt sich dabei um die Familie der Großherzöge der Toskana, die ihren Wohnsitz in der Salzburger Residenz aufgeben mussten. In der großartigen Ausstellung zu Ludwig Viktor, Bruder Kaiser Franz Josefs, wurde vielen erst klar, dass man bis dahin nicht in die Räume der Residenz konnte. Johanna Schuchter beschreibt so schön in ihren Erinnerungen um die Jahrhundertwende: "Auf der Residenz, in der der Großherzog der Toskana residierte, lag noch ein Hauch von höfischer Atmosphäre, Tag und Nacht stand dort ein Posten, wie auch vor dem Regierungsgebäude der Neuen Residenz. Ging ein Mitglied der kaiserlichen Familie durch die Straßen und wurde erkannt, so sanken manche Damen zu einem tiefen Knicks, Zivilisten standen stramm und rissen ihren Hut vom Kopf, Offiziere schlugen die Haken zusammen. Großherzog Ferdinand IV. hielt noch die Fiktion eines regierenden Fürsten aufrecht. Er hatte einen großen Hofstaat an dessen Spitze ein aus der Toskana stammender Obersthofmeister stand. Den Dienst in der weitläufigen Residenz versahen livrierte Lakaien." Heute dürfen wir alles bewundern was unsere Vorfahren an Schönheit geschaffen haben.

Gretl Herzog, 5020 Salzburg

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