Leserbrief

Fehlende Empathie und finanzielle Gier

Seit nunmehr einem Jahr wissen wir, dass es Gewinner und Verlierer der Coronakrise gibt. Heute, Samstag 31. 12. 2020, wurde mir jedoch bewusst, dass ein solches Jahr auch Gier und fehlende Empathie hervorbringen kann. Meine Mutter feierte heute ihren 88. Geburtstag. Mangels geöffneter Blumenläden machte ich mich (60) von Fuschl am See aus in Richtung Nonntaler Hauptstraße, um dort bei den geöffneten "Friedhofs-Floristen" einen kleinen Blumenstrauß zu besorgen.

Dort angekommen und 25 Minuten in der Schlange stehend, wurde mir eines der zigfach vorgebundenen Sträußchen angeboten. Ca. 30 cm hoch, drei Rosen, drei Gerbera, der Rest "Gründeko" um sage und schreibe 55 Euro (756 alte Schilling)! Das Fass meiner Ungefasstheit zum Überlaufen brachte dann noch die verkäuferseitige Frage, ob ich eine Geschenksverpackung gegen Aufpreis wünsche.

Wenn ich mir vorstelle, dass im jetzigen Lockdown Tausende Betriebe auf Null gefahren sind und deren Mitarbeiter großteils vor dem Nichts stehen, wird mir erst klar, wie manche Privilegierte des Offenhaltens mit ihren Kunden verfahren.

Empathielos und mit dem Privileg zur Gier!

Wie herzerwärmend und dankbar empfand ich danach ein in einem Großmarkt entdecktes wundervoll verpacktes Alpenveilchenstöckchen um 3,90 Euro. Meine Mutter hatte ihre Freude daran.


Andreas Steiner, 5330 Fuschl am See

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