Leserbrief

Fehlt Naturschutzorganisationen die Nähe zu den Wildtier-Problemgebieten?

Ein großes Bravo für den Verfasser des Leserbriefs "Hurra, der Wolf ist gut" (SN vom 9. 3. 2021), in dem er dem Plädoyer des WWF insbesondere für die Verbreitung des Wolfs in unseren Breiten sehr ironisch Paroli bietet und fordert, mehr Schafbauern in den WWF-Vorstand zu entsenden. Im Verständnis dieser u. ä. "Naturschutzorganisationen" fehlt es eindeutig im Blick auf die Balance von "Artenschutz" und "Landschaftsschutz". Einerseits brauchen wir den Wolf in unseren Breiten nicht wirklich, wohl aber ist belegt, dass die Bewirtschaftung der Almen an sich bei uns schon seit längerem bedroht ist und deren weiterer Rückgang am Ende einen unwiederbringlichen Verlust an wertvoller Kulturlandschaft (durch Verbuschung, Verstaudung bestehender Almweiden) bedeutet.

Das Interessante am Wirken dieser "Naturschutzorganisationen", die in den großstädtischen Zentren, wie v. a. Wien angesiedelt sind, ist deren somit evidente räumliche Nähe zu den Wildtier-Problemgebieten. Hier werden solche Konfliktfelder ja auch hautnah miterlebt (Achtung Ironie!). Über großflächigen Herdenschutz im Almenbereich als Lösung für das Wolf-Schaf-Problem zu reden (wie von diesen Organisationen propagiert) setzt voraus, dass es für die wirtschaftlich ohnehin stark bedrängte Almwirtschaft dafür ausreichende finanzielle Unterstützung gibt.
Vielleicht könnte man dafür Spendengelder aus dem WWF u. ä. Organisationen locker machen?

Dr. Reinhold Priewasser, 4040 Linz

Aufgerufen am 27.10.2021 um 10:46 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/fehlt-naturschutzorganisationen-die-naehe-zu-den-wildtier-problemgebieten-100885846

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