Leserbrief

Festspiele als Vorbild

Im Nachklang dieses speziellen Festspielsommers möchte ich meiner großen Freude und Dankbarkeit Ausdruck verleihen. Diese unglaubliche noch nie dagewesene Atmosphäre war berührend. Wir saßen weit auseinander, aber als Publikum waren wir inniger vereint denn je. Alles, was wir bisher als selbstverständlich auf diesem hohen Niveau erlebt hatten, war mit einem Mal kostbarer und wurde mit anderer Bewusstheit erlebt.
Auch wirtschaftlich darf ich zufrieden sein: Weniger Umsätze als sonst im August, aber viel mehr als es ohne Festspiele gewesen wären. Und so ging es allen in unserer Stadt.

Und noch ein wichtiger Gedanke: Das ausgeklügelte Sicherheitssystem wurde von Publikum und Künstlern sehr diszipliniert eingehalten.

Caroline Peters kam zwei Tage vor dem letzten "Jedermann" in mein Geschäft: "Das ist mein erster Ausgang seit sechs Wochen". Asmik Grigorian huschte zwei Mal mit Maske rein, aber das war's. Im Gegensatz zu sonst sah man keine Künstler in der Stadt. Bei den Festspielen ging es eben um alles. Künstler und Publikum haben es uns vorgemacht, dass es geht und wie es geht. Alles für den Kunstgenuss.

Und so könnten uns die Salzburger Festspiele als Vorbild für die kommenden Monate dienen: strikt Abstand halten und Maske in Eigenverantwortung! Jedem einzelnen von uns sollte es gerade in den kommenden Monaten auch um alles gehen: um unsere Gesundheit und um unsere Wirtschaft.

Dr. Verena Schrems, DECO ART, 5020 Salzburg

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