Leserbrief

FH, Uni und Aschbacher

Zum Artikel von Helmut Schliesselberger und Marian Smetana "Fall Aschbacher legt Probleme an den Hochschulen offen". (SN vom 15.1., S. 6). Endlich kommt mit Hans Pechar die Sicht eines Experten prominent in die Öffentlichkeit, wonach siebzig Prozent der wissenschaftlichen Publikationen unnötig sind. Es scheint ein grundlegendes Problem zu sein, dass sich in unseren Vorstellungen zu gesellschaftstragenden Mechanismen die Anforderungen zunehmend addieren, weil das mit Qualitätssicherung verwechselt wird. Der Aufwand nimmt zu, der Sinn desselben ab. Digitalisierte Strukturen blähen sich auf, um noch mehr Papier zu verbrauchen. Statt sich zu überlegen, wie Hochschulbildung heutigen Strukturanforderungen entsprechen und neue soziale Einbettung erfahren kann, verbreitert man den Arbeitsaufwand in die Ebene darunter, indem alle Maturierenden als 3. Standbein der Matura eine füllige VWA zu bewältigen haben. Was vorwissenschaftliche Arbeit im politischen Kontext bedeutet, wird an einer abgetretenen Arbeitsministerin ersichtlich. Vielleicht wurschteln wir zu sehr gewohnheitsmäßig weiter und stellen zu wenig die Sinnfrage.

Erhard Petzel, 5020 Salzburg

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