Leserbrief

Finger weg von den Frauenhäusern

Bei der Diskussion in den letzten Tagen wird ein maßgeblicher Punkt vernachlässigt, denn es geht neben den misshandelten Frauen auch um schwer traumatisierte und drangsalierte Kinder. Kinder, die Gewalterfahrung in ihrer frühesten Kindheit am eigenen Leib miterleben müssen. Kinder, die miterleben müssen, wie ihre Mutter schutzlos demütigenden Attacken ausgesetzt ist. Sie erleiden jegliche Form von Gewalt; physisch, psychisch und sexuell. Frauen und Kinder werden gefügig und abhängig gemacht. Es geht um Freiheitsentzug, Manipulation und Einschüchterung. "Deine Mama ist so dumm", und oft auch noch Schlimmeres, das hören diese Kinder tagtäglich! Es ist grenzenlose Angst, sobald der Schlüssel im Türschloss gedreht wird, und der Gewalttäter heim kommt; was wird heute wieder passieren? Es ist Panik, Verzweiflung und Scham.

Die Ankündigung von Landesrätin Klambauer, die Frauenhäuser in ihrer jetzigen Form nicht mehr weiterzuführen, hat diese Frauen und Kinder abermals in Angst und Schrecken versetzt. Der Schritt ins Frauenhaus zu gehen, erfordert Mut, und er ist oft lebensrettend. Die jetzigen Frauenhäuser haben sich bewährt und helfen den vielen traumatisierten Kindern, mit ihren mutigen Müttern in ein gutes und gewaltfreies Leben zu finden. Und das ist das Einzige, das zählt.


Ingrid Zimmerling, SPÖ-Hallein, 5400 Hallein

Aufgerufen am 23.01.2021 um 06:25 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/finger-weg-von-den-frauenhaeusern-84414658

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