Leserbrief

Fischotter richtet großen Schaden an

Ich bin seit über 20 Jahren Pächter eines Fließgewässers im östlichen Flachgau. Das Gewässer hatte eine sehr hohe Biomasse an Äschen und Bachforellen. Durch die geringe Befischung und der guten Reproduktion der autochthonen Fischarten erfolgten auch keine Besatzmaßnahmen.

In den letzten Jahren ist der Fischbestand jedoch rapide zurückgegangen, sodass nunmehr der Schwellenwert für das K.o.-Kriterium eines Wasserkörpers bei weitem unterschritten ist.
Da in diesem Gewässer keinerlei bauliche Maßnahmen durchgeführt wurden, führe ich den enormen Rückgang der Fischbiomasse vorwiegend auf das massive Aufkommen des Fischotters zurück. Dies wird auch durch die Bilder einer Wildkamera bestätigt, wo teilweise bis zu drei Fischotter auf einem Bild zu sehen sind.

Laut Aussage von Experten benötigt ein Fischotter mindestens 1 kg Nahrung pro Tag. Unter der Annahme, dass drei Individuen somit 3 kg pro Tag fressen, sind das in einem Jahr über 1000 kg Fisch alleine in dem von mir gepachteten Fischereirevier. Da der durchschnittliche Ausfang in den letzten Jahren maximal 20 kg betrug, erbeutet der Fischotter als Schwarzfischer das 50-fache!

Abgesehen vom wirtschaftlichen Schaden richtet der Fischotter auch einen erheblichen ökologischen Schaden an den heimischen Fischbeständen an und wurde durch das massive und flächendeckende Auftreten des Räubers der heimische Äschen- und Bachforellenbestand bereits bis an den Rand der Existenz gebracht.

Als begeisterter Sportfischer kann ich nur hoffen, dass die Regierung sehr bald wirksame Maßnahmen setzt, damit sich der Bestand an heimischen Fischen wieder erholt und nachhaltig gesichert werden kann.

Franz Zimmermann, 5303 Thalgau

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