Leserbrief

Flächenfraß auch innergebirg

"Dahoam im Wandel" heißt eine bemerkenswerte Ausstellung im Haus der Natur. Hier kann man u. a. sehen, wohin uns der ungehemmte Bodenverbrauch führen könnte. Die Stadt Salzburg wäre in 50 bis 100 Jahren eine einzige unüberschaubare Betonwüste, wenn wir so weitermachen. Leider läuft es in den Zentralräumen innergebirg auch ähnlich. Die bodensparende und umweltgerechte Raumordnung ist dort ebenso wenig angekommen.

So wird in Saalfelden in Bsuch, fünf Kilometer außerhalb des Ortszentrums, eine Umwidmung von über 24.000 Quadratmetern Grünland betrieben. Trinkwasser ist keines vorhanden (die Gemeinde baut daher um etwa 500.000 Euro eine kilometerlange Leitung). Dafür liegt auf einem Teil der Fläche eine ehemalige Mülldeponie. Rundum gibt es weder ein Geschäft noch Kindergarten oder Schule. Alle dort Wohnenden sind auf einen oder mehrere Pkw angewiesen. Dagegen gibt es im Ortszentrum Flächen, welche für den Wohnbau wesentlich besser geeignet sind. Allerdings kann hier kein Investor einen Spekulationsgewinn machen. Aber ist das Grund genug, an der falschen Stelle zu bauen und damit Bodenversiegelung und Zersiedelung weiter zu betreiben? Wo bleibt hier die Verantwortung für die nachfolgenden Generationen?


Hans Bichler, 5760 Saalfelden

Aufgerufen am 28.05.2022 um 10:42 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/flaechenfrass-auch-innergebirg-71662486

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