Leserbrief

Fluch oder Segen?

Diese Frage stelle ich mir beim Lesen der Lesermeinung von Dr. Leo und Waltraud Prothmann (SN vom 2. 6.) und denke dabei an den Stillstand im Straßenbau in der Stadt seit über einem Jahrhundert. Die topographischen Verhältnisse in der Stadt lassen nicht viel zu, man hat nur das Augenmerk auf Alpen-, B1-Münchner und Innsbrucker Bundesstraße gelegt. Spätestens zur Festspielzeit, aber auch im Alltag, treten die Versäumnisse vergangener Jahrzehnte zu Tage.

Bereits um 1900 hat man einen Kapuzinerbergtunnel und aber auch eine Mönchsbergkaverne angedacht, um einer sich abzeichnenden Entwicklung entgegenzuwirken. Eine in den 60-er Jahren geplante Südtangente von der Innsbrucker Bundesstraße zur Alpenstraße wurde dann auch zu Fall gebracht und damit nicht nur die Altstadt, auch den Umlandgemeinden eine massive Verkehrsbelastung zugemutet, so unter dem Motto "hl. Florian, schon unsere Häuser - zünd' andere an". Der Grundgedanke des Naturschutzes hat absoluten Vorrang, nur es kann nicht sein, dass man vordergründig diesen Schutz anspricht, um sich selbst die gewohnte Umgebung zu bewahren. Sowohl den Naturschutz als auch die Lösung des Verkehrsproblems muss uns allen ein Anliegen sein. Die Politik ist gefordert, Einzelbestrebungen entgegenzuwirken und nicht immer nur von Wahltermin zu Wahltermin zu planen.

Helmut Auer, 5071 Wals

Aufgerufen am 22.01.2021 um 07:18 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/fluch-oder-segen-89391790

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