Leserbrief

Fluglärm durch Privatflugzeuge

Aufgrund der allgemeinen Berichterstattung habe ich in den öffentlichen zugänglichen Daten recherchiert: Im Jahr der Gründung des Bürgerbeirats am Flughafen gab es 36.306 allgemeine Flugbewegungen, welche bereits damals
ein großer Kritikpunkt waren. Im Jahr 2018 gab es bereits 41.717, das ist innerhalb von vier Jahren eine satte Steigerung um 14,9 %.
Davon waren 15.800 Flugbewegungen lt. Flughafen GmbH Schulungsflüge. Diese werden zu einem großen Teil auf der sogenannten Platzrunde geflogen, welche von Leopoldskron-Moos über Viehausen und Walserfeld bis Wals-Siezenheim führt, und dabei die Bewohner dort sehr beeinträchtigen.
Aber auch auf anderen Routen. Der Rest, nämlich 25.917 sind sonstige Privatflüge, wie Ausflugs- und Sightseeing-Flüge und dergleichen sowie die teils enorm lauten Flugbewegungen von Flying-Bull und Firmen-Jets.
41.717 meist nicht-touristische Flugbewegungen also, welche aber durch deren Lärm- und Abgas-Emissionen die Umwelt belasten.
In diesem Punkt der Reduktion ist der Bürgerbeirat also bisher gescheitert. Dazu im Vergleich 18.457 Bewegungen kommerzieller Verkehr 2018, welcher Tourismus und Wirtschaft dient.
Nur ein Drittel der 60.174 Flüge inklusive der Firmen-Jets sind also wirklich notwendig …
Es konnten zehn Flugschulen/-clubs recherchiert werden, welche am FHS operieren. Für Hubschrauber und Flugzeuge.
Die Landegebühren sind derzeit unglaublich gering: für ein Kleinflugzeug vom Typ Cessna 152 zahlt man 12,53 Euro/Landung.
Flugschulen erhalten sogar 50 Prozent Rabatt auf die Landegbühr (6,27 Euro) und 100 Prozent Rabatt auf die Infrastrukturgebühr!
Herr Hasenburger vom Aero-Club meint, dass der Lärm in der Moosstraße wegen des Verkehrs der Straße nicht messbar wäre:
Die Lärmmessstation Nr. 6 Süd liegt nicht innerhalb der Lärmschutzerweiterungszone sondern außerhalb(!) am Sternhofweg. Dort wird allerdings der Lärm so eingestuft, dass keine Förderung von Lärmschutzfenstern möglich ist.
Ähnlich, wie bei der Luftmesstation im Lehener Park, welche die Schadstoffe der Ignaz-Harrer-Strasse messen soll.
Privatflugzeuge dürfen generell von Mo bis So von 7.00 bis 22.00 Uhr durchgehend fliegen, Trainingsflüge Mo bis So von 7.00 bis 21.00, Landen bis 22.00, sieben Tage die Woche!
Platzrunden sind genehmigt Mo bis Sa von 7.00 bis 20.00 im Sommer, bis 21.00 im Winter Über die Betriebs- und Nutzungsbedingungen des Flughafens ZFBB könnten effektive Einschränkungen zum Wohl der Bewohner vorgenommen werden, aber die Flughafen GmbH ist laut ORF an einer Diskussion über Kleinflugzeuge "nicht interessiert".
Der Flughafen teilt mit, die Grenzen seien bereits mit einer breiten Palette an Einschränkungen in der ZFBB "mehr als ausgereizt".
Auch gibt es keine Konsequenzen seitens des FHS für Piloten, die Regeln nicht beachten. Die Aussicht, dass der Bürgerbeirats diesbezüglich Verbesserungen erreicht, sieht leider eher bescheiden aus.

Michael-Wilhelm Seidel, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 19.09.2020 um 04:15 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/fluglaerm-durch-privatflugzeuge-75121513

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