Leserbrief

Folgebedingungen von Erdkabeln

Nachdem in den Medien zu lesen war, dass Herr Reinhold Mitterlehner nach seiner politischen Laufbahn nun auch ein Befürworter von in Erdkabel verlegte Starkstromleitungen ist, frage ich mich, ob sich er und die vielen Leute, die sich für diese Variante stark machen, die Folgebedingung durchgelesen haben. Ich bin Laie, habe nur einmal eine Machbarkeitsstudie gelesen. Es klingt in der heutigen Zeit technisch ja alles machbar. Glauben die Befürworter, sie sind Kämpfer für die Umwelt? Das klingt für mich so, wie wenn man das alte Dieselfahrzeug gegen ein Neues größeres tauscht. Koste es was will. Die größeren Probleme bei Errichtung und Wartung nimmt man in Kauf. Jeder verbraucht mehr Energie. Von der Wohnung die handygesteuert sein wird, bis zu immer mehr Schneekanonen. Eine sehr hohe Freileitung stört vielleicht den Blick in die Landschaft, geht aber locker über jede Landschaftsform hinweg. Sie geht über jedes Gewässer und Straßen. Was ist aber bei einer Erdleitung? Wie breit muss der nicht nutzbare Korridor sein? Was darf alles nicht darunter, darauf und daneben sein? Auch keine Straße. Wie wird das mit Querungen von Gewässern? Dieses Kabel produziert Wärme. Das Erdreich darüber wird austrocknen. Gibt es überhaupt die Möglichkeit über dem Erdkabel Landwirtschaft zu betreiben? Das alles zusammen wird dann eine Herausforderung der Raumordnung. Ich glaube, das wird dann so wie der "Neue Diesel" oder das leisere Flugzeug. Unter dem Strich, Erdkabel bedeutet für mein derzeitiges Wissen, mehr Umweltschaden.


Ernestus Barsa, Saalfelden am Steinernen Meer

Aufgerufen am 22.10.2020 um 06:09 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/folgebedingungen-von-erdkabeln-65935666

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