Leserbrief

Fragen zu 380 kV

Zu "Präsident unter Strom" in Salzburg Aktuell vom 31. 1. 2020: Wenn es ein Vertreter der Industrie der Bevölkerung verbieten will, ihren Unmut über das Vorgehen der Verantwortlichen für die geplante 380-kV-Freileitung kundzutun, bin auch ich unter Strom!

Projekte, die derart in das Lebensumfeld der Bevölkerung eingreifen wie dieses, sind in einer modernen Demokratie nicht dazu geeignet, in geheimen Absprachen von Wirtschaft und Politik beschlossen und dann mit der "eisernen Hand der Justiz" durchgepeitscht zu werden. Der durch diese Vorgangsweise geradezu provozierte Konflikt wird wohl nur noch durch breiten öffentlichen Diskurs und durch Mediation zu lösen sein.

Dabei frage ich mich: Sind es die viel zitierten Klimaziele tatsächlich wert, in einer kleinräumigen Region wie dem Salzburger Land die letzten Naturräume zu zerstören und ganze 800 ha an Waldflächen zu roden? Was sagt denn eigentlich "Fridays For Future" zu diesem Thema?

Und wie passt es zusammen, dass sich der Verbund in Werbeeinschaltungen für seinen grünen Strom aus Wasserkraft derart lobt und zugleich durch seine Tochtergesellschaft APG diese Umweltzerstörung anrichten will?

Ich kann mich weder für das Mastbild Donau noch Tonne oder vulgo "Banane" wie für den Nockstein erdacht, erwärmen. Wessen (Eigen-?) Interessen stehen denn dem angeblichen finanziellen Mehraufwand einer Erdverkabelung entgegen? Landschaftsschutz darf sehr wohl etwas kosten!

Und was ist der tatsächliche Hintergrund für die angebliche Notwendigkeit der österreichweiten Aufrüstung auf 380 kV? Stehen da nicht wirtschaftliche Interessen im Zusammenhang mit der Einführung der E-Mobilität und des für das autonome Fahren erforderlichen 5G-Netzes - beide werden eine enorme Steigerung des Stromverbrauchs verursachen - im Spiel, die schon wieder der breiten Öffentlichkeit verheimlicht werden?


Angela Paulus, 2345 Brunn am Gebirge

Aufgerufen am 28.01.2021 um 05:07 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/fragen-zu-380-kv-83444518

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