Leserbrief

Fragen zur Zukunft des Pinzgaus

Wenn Herr Franz Schenner vom Netzwerk Winter (SN vom 2. 1. 2021) meint, er wäre im letzten Winter in der Ferienzeit selbst nicht mehr Ski fahren gegangen, weil ihm zu viel los gewesen sei und er sich dachte: "Die Pisten gehören jetzt unseren Gästen" stimmt mich das einfach nur traurig. Es gehören nämlich inzwischen nicht nur die Skipisten unseren Gästen, sondern auch die Geschäfte, die Straßen, die Restaurants, der Zeller See, die Berge . . .

Er vergisst dabei, dass auch "unsere" Kinder in dieser Zeit Ferien haben und vielleicht gern Ski fahren würden. Die Anzahl der Gäste wird von Jahr zu Jahr mehr und die Touristiker jubeln. Sie vergessen dabei nur, dass nicht alle Menschen sich darüber freuen und es sehr viele leidgeplagte Einheimische gibt, die unter diesem Zustand wirklich leiden.

Natürlich leben hier sehr viele Menschen vom Tourismus und dagegen ist auch nichts zu sagen, die Frage ist nur, muss es jährlich Zuwachsraten im zweistelligen Bereich geben? Wo soll das hinführen? Wann soll es aufhören?

Ich frage mich, wäre es nicht die Aufgabe eines Netzwerk Winter zu überlegen, wie es in Zukunft möglich sein kann, in unserem wunderschönen Bezirk gut zu leben und trotzdem nicht jedes Jahr die Natur noch mehr zu belasten (Stichworte: Chaletdörfer, Zweitwohnungen, Apartmentanlagen) und auch den Einheimischen ein erträgliches Leben zu ermöglichen? Ich denke, es ist definitiv genug: genug Gästebetten, genug Lifte, genug Events . . . Wenn man an die junge Generation denkt, was sollte diese jungen Leute dazu animieren, in unserer Gegend weiter wohnen zu wollen? Ein Eigenheim ist schlicht nicht mehr zu finanzieren, Grünflächen werden jedes Jahr weniger "zugunsten" von Apartmentanlagen, die ausschließlich im Besitz ausländischer Investoren sind, der Platz für Freizeitvergnügungen wird immer weniger.

Jutta Neuweg, 5710 Kaprun

Aufgerufen am 01.12.2021 um 02:39 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/fragen-zur-zukunft-des-pinzgaus-98160766

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