Leserbrief

Fragwürdige Lockdown-Maßnahmen der Regierung

Den Gesellschaftskillern haben wir es also - wie Alexander Purger in den SN vom 2.11. schreibt - zu verdanken, dass noch härtere Coronamaßnahmen (Lockdown) verhängt werden müssen. Ich würde die Sache einmal andersrum betrachten. Schon am 15.10. konnte man in der ZEIT lesen, dass sich Touristiker - namentlich wurde Christian Harisch genannt - einen Lockdown wünschen, um die westlichen Bundesländer von den deutschen Risikolisten wegzubekommen. Liegt nicht vielleicht hier des Pudels Kern? Natürlich, der Tourismus ist ein beachtlicher Wirtschaftszweig und trägt etwa 7% zum BIP bei, ein nicht unwesentlicher Betrag, aber es würde die Welt nicht untergehen, käme es zu einem Ausfall einer Wintersaison. Man sollte es als Fingerzeig sehen auch in den Regionen die Diversität der Wirtschaft voranzutreiben (Birgitta Schörghofer in den SN vom 23.10).
Dass die Prioritätenreihung dieser Bundesregierung so ist wie sie ist, haben wir unzweifelhaft der populistischen ÖVP zu verdanken. Man verhängt einen "Lockdown light" der zwar Einkaufszentren unberührt lässt, aber Bildung (Distance Learning für die Oberstufe und die Universitäten) und Kultur an die Wand fährt. Überaus trefflich hat dies Frau Kainberger am 3.11. beschrieben; sie notiert, dass für die Bundesregierung Kunst und Kultur kaum mehr bedeuten als belanglose Schönwetterunterhaltung.


Priv. Doz. Dr. Peter Höller, 6067 Absam

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