Leserbrief

Fragwürdiges Schubladendenken

Jetzt haben wir also schon "sozial schwache" Kinder - gelesen in der Überschrift einer dpa-Meldung vom 19. 10. in der SN ("Corona wirkt sich negativ auf Gewicht sozial schwacher Kinder aus"). Schon die Zuordnung "sozial schwach" von Erwachsenen ist ärgerlich, denn was wäre das andere Ende der Fahnenstange? "Sozial stark", "unsozial schwach"? Warum nennt man das Kind nicht beim Namen und sagt "ökonomisch schwach", wenn man das Wort "arm" schon vermeiden will. Viele "ökonomisch Schwache" sind sehr sozial eingestellt, und viele Wohlhabende verdienen dieses Attribut gar nicht. Und Kinder haben in solchen Schubladen schon gar nichts verloren.


Zdravka Hahne, 5020 Salzburg

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