Leserbrief

Frauenhäuser - Opfer neoliberaler Politik

Das Vorhaben von Frau LR Klambauer, die Führung der Frauenhäuser europaweit auszuschreiben, ist weder sachlich noch rechtlich notwendig und Ausdruck willkürlicher, Fachwissen ignorierender, neoliberaler Politik. Frau LR Klambauer scheint allerdings nicht zu erkennen, dass sie damit genau jenen in die Hände spielt, die seit Jahren mit allen Mitteln ihre sozialen Geschäftsfelder erfolgreich ausweiten und damit gleichzeitig die öffentlichen Geldhähne auf Kosten aller anderen im Sozialbereich Tätigen erfolgreich anzapfen.

So haben sich ja bereits im Rahmen der Flüchtlingskrise für die Caritas und die Diakonie wahre Goldgruben eröffnet. Durch geschickte Positionierung ihrer Gefolgsleute in politischen Schlüsselpositionen haben sie sich praktisch unentbehrlich gemacht, haben die eigentlich dafür zuständige öffentliche Hand zu reinen Zahlern deklassiert und deren gesellschaftlichen und sozialen Gestaltungsmöglichkeiten de facto neutralisiert.

Dass nun ausgerechnet wieder die Caritas und die Diakonie zu den Übernahmeinteressenten der Frauenhäuser gehört, zeigt ja nur einmal mehr deren wahre Goldgräbermentalität. Frau LR Klambauer gehört in diesem Zusammenhang dringend daran erinnert, dass für eine erfolgreiche (Sozial-)Politik der Grundsatz der Trennung von Staat und Kirche heute notwendiger den je ist.


Helmuth Toporis, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 27.01.2021 um 01:45 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/frauenhaeuser-opfer-neoliberaler-politik-84409240

Kommentare

Schlagzeilen