Leserbrief

Freiheiten und Rechte nicht missbrauchen

Ich betone, dass ich für das Recht auf freie Meinung bin, und auch das Demonstrationsrecht befürworte. Aber Freiheiten und Rechte können leider nicht nur gebraucht, sondern auch missbraucht werden. Und ein solcher Missbrauch ist zweifellos gegeben, wenn vor Spitälern lautstark demonstriert wird, ohne an das Befinden der Patientinnen und Patienten zu denken. Noch übertroffen wird eine solche Rücksichtslosigkeit, wenn Personal des Gesundheitsdienstes beschimpft und körperlich attackiert wird. Ich schäme mich dafür, dass eine solche menschenverachtende Gewissenlosigkeit in meinem Land stattfinden kann. Diese Menschen übersehen offensichtlich, dass sie vielleicht beim Heimweg einen Unfall oder Herzinfarkt haben könnten, und dann ihr Leben möglicherweise genau denen verdanken, auf die sie jetzt losgehen. Was mich in diesem Zusammenhang fassungslos macht, ist, dass unserer Regierung zum Schutz des Gesundheitspersonals allen Ernstes nicht anderes einfällt, als den Rat zu geben, nicht in Dienstkleidung in die Öffentlichkeit zu gehen. Auf der ganzen Welt sind Ärzte und Mitarbeiter in Spitälern geachtet und geschätzt, und in Österreich sollen sie sich verhalten wie Aussätzige? Für die Bereitschaft, einen solchen Beruf zu ergreifen, ist das sicher eine tolle Motivation. Ich kann auf diese Facette Österreichs bei bestem Willen nicht stolz sein!. Aber hier ist auch die Öffentlichkeit gefordert, nicht tatenlos zuzusehen. Irgendwie rundet es das Bild ab, wenn ein Mitglied das Parlaments ganz öffentlich die eigene Regierung als "Falottenregierung" bezeichnet. Armes Österreich!

Mag. Rudolf A. Lanzenberger, 5500 Bischofshofen

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